Integratives Fitnessprogramm
Mit dem kantonalen Integrationsprogramm (KIP) machen sich Bündner Gemeinden fit für die kulturelle und sprachliche Vielfalt. Worum es dabei geht, erzählt Jan Diener, stellvertretender Gemeindeschreiber von Arosa, im Interview.
Herr Diener, die Gemeinden und Einwohnerkontrollen im Kanton Graubünden möchten sich fitter machen für den Umgang mit kultureller und sprachlicher Vielfalt. Was gab den Anstoss?
Im Kanton Graubünden gibt es viele saisonale Stellen, die mit ausländischen Arbeitskräften besetzt sind, besonders im Bau- und Gastgewerbe. Da diese Menschen erfahrungsgemäss eher unter sich bleiben, ist es wichtig, sie zu ermutigen, Deutsch zu lernen und es auch aktiv anzuwenden. Manche sind bereits viele Jahre hier und sprechen beispielsweise nur Portugiesisch. Gerade bei Behördengängen ist es aber für beide Seiten notwendig, dass die Anliegen verstanden werden.
Wie sieht das neue integrative Fitnessprogramm konkret aus?
Zuerst schaut man: Wer ist da? In Arosa sind es vorwiegend Portugiesinnen und Portugiesen, aber auch die Zahl der Menschen aus den Oststaaten nimmt zu. Den Bedürfnissen entsprechend erarbeiten wir eine Broschüre mit den wichtigsten Anlaufstellen. Unsere Mitarbeitenden haben ausserdem die kantonalen Weiterbildungskurse zu «Interkultureller Kommunikation» besucht, um das Bewusstsein für kulturelle Unterscheide zu schärfen, eine gute Sache, auch für langjährige Angestellte. Denn Gleiches sagen heisst nicht immer Gleiches meinen. Auch im Bereich Frühförderung wird viel gemacht, denn Sprache ist etwas vom wichtigsten für die Integration. Man überlegt nun, wie man vermehrt auch Erwachsene auf Kursangebote aufmerksam machen kann. Zudem arbeiten wir mit Schlüsselpersonen, das heisst mit Migrantinnen und Migranten, die Bekannte bei Behördengängen zum Übersetzen begleiten, auf Anfrage auch Menschen, die sie nicht kennen.
Gibt es Unterschiede zwischen den Gemeinden in der Umsetzung des Integrationsprogramms?
Es hängt von der jeweiligen Gemeindegrösse ab, welche Möglichkeiten man wahrnehmen kann, manche machen jedes Jahr einen Begrüssungsapéro, andere beschränken sich auf die Abgabe von Informationen.
Welche positiven Veränderungen nehmen Sie wahr?
Der Integrationsgedanke ist mehr im Bewusstsein. Die Menschen im Asylzentrum werden beispielsweise bedacht, wenn es um kleinere Arbeiten wie beim kommunalen Werkdienst oder das Wischen von Einstellhallen geht, und so ins Gemeindeleben integriert.
Welche Lücken müssten noch geschlossen werden?
Für Kinder und Jugendliche gibt es Vergünstigungen für Vereinsteilnahmen, was aktiv genutzt wird. Da müssten wir die Erwachsenen noch mehr einbinden, denn gerade das sind Gelegenheiten, die Sprache zu nutzen und Teil einer Gemeinschaft zu sein.
Gibt es ermutigende Erfolgserlebnisse?
Man merkt, dass die Massnahmen greifen. Zugezogene fühlen sich gut betreut, notwendige Informationen sind da und schneller bei der Hand. Auch das interne Bewusstsein ist sensibilisiert: Ich mache diesen Job schon lange, aber mir war nicht klar, dass es so viele Missverständnisse geben kann, die sich mit einfachen Mitteln verhindern lassen.
Interview: Simone Lappert
Program da fitness integrativ en il chantun Grischun
Cun il program chantunal d'integraziun (PCI) guardan vischnancas grischunas sco Arosa dad esser fit per s'occupar en moda professiunala cun la diversitad culturala e linguistica. Gist sin la via tras las instanzas saja necessari per tuttas duas varts che las intenziuns vegnian chapidas, di Jan Diener, vicechanzlist communal d'Arosa, en l'intervista. Impurtant saja er da render attent las persunas immigradas a las purschidas da lingua e d'integraziun e da metter a disposiziun infurmaziuns communalas. Ultra da quai collavura Arosa cun persunas decisivas, q.v.d. cun migrantas e migrants che sustegnan lur cumpatriotas e cumpatriots en il process d'integraziun. «Nossas collavuraturas e noss collavuraturs han plinavant visità ils curs da perfecziunament davart ‹communicaziun interculturala› per sa sensibilisar per las differenzas culturalas», uschia Diener.
