Editorial
Liebe Leserin, lieber Leser
Was sich derzeit inmitten Europas abspielt, ist eine humanitäre Katastrophe, die entsetzt und gleichzeitig sprachlos und zutiefst betroffen macht. Angesichts der grossen Not vieler Flüchtlinge haben wir eine moralische Verantwortung, Männer, Frauen und Kinder, die ihre Heimat wegen Krieg und Verfolgung verlassen, bei uns aufzunehmen. Wenn nicht jetzt, wann dann sollen wir in Sachen Humanität Farbe bekennen? Erfreulich und lobenswert ist: Viele Schweizerinnen und Schweizer zeigen sich bereits solidarisch und bieten ihre Unterstützung freiwillig unterschiedlichen Hilfsorganisationen an.
Diese Empathie darf aber nicht abklingen, denn eine erfolgreiche Integration kann nur gelingen, wenn wir dauerhaft unvoreingenommen aufeinander zugehen, miteinander reden und auch bereit sind, Flüchtlinge am gesellschaftlichen und sozialen Leben teilhaben zu lassen. Politik kann die Rahmenbedingungen schaffen, in denen Begegnungen zwischen den Menschen möglich sind, aber für eine echte Willkommenskultur braucht die Zivilgesellschaft engagierte, offene und verantwortungsvolle Bürgerinnen und Bürger.
Die Schweiz hat in den letzten Jahrzehnten mehrmals bewiesen, dass sie den Herausforderungen, die Fluchtbewegungen zweifellos mit sich bringen, gewachsen ist. Wir haben Menschen aus Ungarn, der ehemaligen Tschechoslowakei und Ex-Jugoslawien aufgenommen. Heute sind diese Menschen unsere Nachbarn, Freunde und Arbeitskolleginnen. Geben wir auch den Neuankömmlingen die Chance, ein Teil von uns zu werden. Die Vergangenheit zeigt: Gemeinsam schaffen wir mehr.
In diesem Sinne wünschen ich und meine Kolleginnen und Kollegen der Mitherausgeberkantone Basel-Stadt, Basel-Landschaft und Bern Ihnen beim Lesen dieser facettenreichen Ausgabe viel Vergnügen.
Patricia Ganter Sonderegger, Integrationsdelegierte Kanton Graubünden
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