Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser

Ob in der Schule, am Arbeitsplatz oder im Privaten: Die Schweizer Gesellschaft ist vielfältig. Entsprechend wichtig ist es, unser Zusammenleben so zu gestalten, dass alle Einwohnerinnen und Einwohner – unabhängig von ihrer Herkunft – gleichermassen am wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Leben teilhaben können. Eine zentrale Frage ist, wie dieses anspruchsvolle Ziel erreicht werden kann, insbesondere vor dem Hintergrund, dass auch die Migrationsbevölkerung in sich selbst wiederum äusserst heterogen zusammengesetzt ist. Das Wichtigste vorab: Das Zusammenleben funktioniert bei uns gut, auch wenn in öffentlichen Debatten die eingangs erwähnte Vielfalt immer wieder zu Diskussionen führt.

Das heisst aber nicht, dass wir schon alles erreicht hätten. Um diese Selbstverständlichkeit zu festigen, sollten alle darauf hinarbeiten, bestehende Partizipationsmöglichkeiten zu stärken und neue zu erschliessen. Neu zugezogene Menschen sollen dazu ermutigt und befähigt werden, bei wichtigen Entscheidungsprozessen, die auch sie betreffen, mitzureden, diese mitzugestalten und einen Beitrag für die Gemeinschaft zu leisten. Nur so können wir langfristig den Zusammenhalt unserer Gesellschaft sichern – darüber sind sich Expertinnen und Experten einig. Neben der Bereitschaft, vorurteilsfrei aufeinander zuzugehen, gehört dazu u. a. auch der Anspruch, strukturelle Barrieren, die den Zugang zur Aus- und Weiterbildung sowie zum Arbeitsmarkt einschränken, zu beheben.

Partizipation hat viele Gesichter – das zeigt die aktuelle Ausgabe der MIX. Sie spricht einen Toast auf jene Menschen und ihre Geschichten aus, die unseren Alltag bereichern und das Gemeinwesen stärken. Ganz nach dem Motto: Wir befinden uns in bester Gesellschaft. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine anregende Lektüre.

Dijana Tavra, Integrationsdelegierte Kanton Bern
Dijana Tavra, Integrationsdelegierte Kanton Bern