Eine runde Sache

Foto: Claudia Link

Die Schweiz ohne Bratwurst ist wie Italien ohne Spaghetti – einfach unvorstellbar. Doch schon die alten Griechen wussten aromatisch gefüllte Tierdärme zu schätzen – oder waren es doch die Chinesen?

Es ist so eine Sache, wenn man sich auf Spurensuche von Nahrungsmitteln begibt. Oftmals scheinen unsere erfindungsfreudigen Vorfahren kulinarische Entdeckungen auf der ganzen Welt parallel und unabhängig voneinander gemacht zu haben. So lässt sich auch die «erste» Wurst weder zeitlich noch geografisch exakt verorten. Fest steht nur, dass sie eines der ältesten Nahrungsmittel ist. Bereits vor 7000 Jahren haben sie Ägypter, Chinesen und Syrer in künstlerischen Malereien und Zeichnungen verewigt. Auch in der griechischen Literatur der Antike wird ihr Ehre zuteil. Im 18. Kapitel von Homers «Odyssee» sagt Antinoos: «Hier sind Ziegenmagen, mit Fett und Blute gefüllet, die wir zum Abendschmaus auf glühende Kohlen geleget. Wer nun am tapfersten gekämpft und seinen Gegner besieget, dieser wähle sich selbst die beste der bratenden Würste.»

Wo die Griechen sind, können die Römer nicht weit weg sein. Entsprechend galten auch sie als wahre Wurstliebhaber. Der Überlieferung nach assen sie besonders gern ganze, mit Würsten gefüllte Schweine. Im Mittelalter schliesslich entwickelte sich Europa zur weltweiten Wursthochburg – so auch die Schweiz. Die wohl bekannteste hierzulande ist die St. Galler Bratwurst, die erstmals 1438 urkundlich erwähnt wurde.

Text: Güvengül Köz Brown

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In dieser Rubrik stellt die MIX Alltägliches mit Migrations-
hintergrund vor, das wir längst eingebürgert und ins Herz geschlossen haben. Nächstes Mal: die Bratwurst.