Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser

Die Digitalisierung ist in aller Munde. Es vergeht kein Tag, an dem nicht darüber berichtet oder diskutiert wird. Apps ermöglichen uns das ortsunabhängige Lernen von neuen Sprachen, kluge Kühlschänke bestellen automatisch die Milch und Eier nach und Autos führen uns ohne Umweg zum nächsten freien Parkplatz. Es ist offensichtlich: Die Digitalisierung durchdringt zunehmend unseren Alltag. Neues entsteht, Altes verschwindet. Das mag manche verunsichern, aber es ist eine Frage der Zeit, bis wir uns an die bahnbrechenden Veränderungen gewöhnt haben. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass das möglich ist. Der vom technischen Fortschritt ausgelöste Wandel hatte zwar immer tief greifende Konsequenzen für das Zusammenleben, aber längerfristig haben die Menschen gelernt, die neuen Chancen für sich zu nutzen.

Auch in der sogenannten vierten industriellen Revolution, an deren Schwelle wir uns befinden, gilt es, die Gesellschaft für die Anforderungen der digitalen Welt fit zu machen. Im Integrationsbereich bedeutet das unter anderem die Einführung von ergänzenden zeitgemässen Massnahmen, die die Teilhabe von Migrantinnen und Migranten am gesellschaftlichen und beruflichen Leben weiter stärken. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen wir insbesondere die Medienkompetenz von bildungsfernen Menschen fördern, damit sie in diesem Transformationsprozess nicht auf der Strecke bleiben.

«Die Zukunft hat viele Namen: Für Schwache ist sie das Unerreichbare, für die Furchtsamen das Unbekannte, für die Mutigen die Chance», sagte einst der französische Schriftsteller Victor Hugo. Lassen Sie uns in dieser Umbruchphase die Mutigen sein. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen eine anregende Lektüre.

Patricia Ganter Sonderegger,
Patricia Ganter Sonderegger, Integrationsdelegierte Kanton Graubünden