Bern interaktiv

Das Kompetenzzentrum Integration der Stadt Bern kommuniziert vermehrt über digitale Kanäle. Mit allen Vorteilen und Herausforderungen, wie Projektleiterin Itziar Marañón weiss.

Interview: Philipp Grünenfelder

MIX: Frau Marañón, weshalb sind digitale Kommunikationsmittel für Ihre Arbeit so wichtig?

Itziar Marañón (IM): Ganz einfach – weil sie heute Standard sind und wir unsere Botschaften dort platzieren müssen, wo sie gesehen werden. Bei Kommunikationsthemen denken wir deshalb mittlerweile sofort auch an die digitalen Möglichkeiten. Egal, ob im Rahmen spezifischer Projekte oder bei der täglichen Arbeit.

MIX: Das klingt wirklich einfach.

IM: So ist es dann doch wieder nicht (lacht). Digitale Medien haben den grossen Vorteil, dass jede und jeder sie mit Inhalten füttern kann. Das heisst aber nicht, dass dies nebenher passiert. Auch wir mussten beim Aufbau unserer Facebook-Seite diesbezüglich Lehrgeld bezahlen. Heute sind wir uns über den notwendigen Pflegeaufwand zur Qualitätssicherung im Klaren und haben die Bewirtschaftung nochmals professionalisiert.

MIX: Wo sehen Sie den Nutzen dieses Aufwands?

IM: Wir können unsere Beziehung zu den Menschen, die am Thema interessiert sind, zusätzlich stärken. Vernetzung ist ein wichtiger Faktor in der Integrationsarbeit, weshalb wir auch Inhalte oder Veranstaltungshinweise unserer Projektpartner und anderer Integrationsplayer verbreiten. Facebook ist eine wunderbare Vernetzungsplattform. Für die Nutzerinnen und Nutzer wiederum hat die Seite den Vorteil, dass sie vieles an einem Ort finden.

MIX: Facebook alleine reicht aber kaum aus.

IM: Die wichtigsten und weniger kurzlebigen Informationen findet man nach wie vor auf unserer Website. Diese wurde vor zwei Jahren bewusst gestärkt und den neusten Bedürfnissen und Möglichkeiten angepasst. So können wir heute jederzeit verschiedene Inhalte in mehreren Sprachen vernetzen und zugänglich machen. Mit allen Vorteilen, die das Web zusätzlich bietet.

MIX: Welche Vorteile meinen Sie?

IM: Vor allem die Interaktivität: Eines unserer erfolgreichsten Projekte ist «Hallo Nachbarin – Hallo Nachbar» zum Thema Nachbarschaftspflege. Es bietet u.a. die Möglichkeit, aus Piktogrammen und mehrsprachigen Textbausteinen selber Merkblätter zusammenzustellen, herunterzuladen und auszudrucken. Oder unser interaktives Sensibilisierungsquiz mit laufend erneuerten Fakten gegen Vorurteile. Und natürlich praktische Suchfunktionen wie bei der Sprachkursdatenbank, die der Kanton Bern entwickelt hat und von der wir ebenfalls profitieren.

MIX: Und auch diese Angebote werden genutzt?

IM: Informationen, die den Alltag erleichtern, sind sehr begehrt. Aber auch für sie gilt: Wir können nicht einfach Inhalte und Angebote online stellen und dann warten, bis sie jemand entdeckt. Wir müssen sie sowohl auf elektronischen wie auch auf herkömmlichen Wegen bewerben. Sei es über unseren Newsletter, mit Facebook-Inseraten oder mit klassischen Flyern. Das gilt auch für die Erweiterung der Zielgruppen. Nur weil man eine Facebook-Seite hat, erreicht man nicht plötzlich mehr junge Menschen. Erfreulicherweise stellen wir aber fest, dass wir gerade mit Facebook viele Menschen über unsere üblichen Dialoggruppen hinaus erreichen.

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