Wie funktioniert die Schweiz?

Seit 2013 macht der Kurs «Allgemeinbildung und Gesellschaftskunde» Flüchtlinge und vorläufig Aufgenommene mit hiesigen Arbeits- und Alltagsnormen vertraut.

Interview: Güvengül Köz Brown

MIX: Herr Tomaschett, Sie unterrichten den Kurs am Bildungszentrum Gesundheit und Soziales im Auftrag der Fachstelle Integration. Welche Absicht steckt hinter dem Angebot?

Ramon Tomaschett (RT): Es handelt sich um eine Qualifizierungsmassnahme im Rahmen der beruflichen Integrationsförderung von anerkannten Flüchtlingen und vorläufig Aufgenommenen. Der Kurs richtet sich an Personen, die eine berufliche Grundbildung oder Erwerbstätigkeit anstreben und ihr Wissen und Verständnis darüber erweitern wollen, wie das berufliche und gesellschaftliche Leben in der Schweiz funktioniert. Mit dem berufsbegleitenden Bildungsangebot wird ein Beitrag zur langfristigen und existenzsichernden beruflichen Integration dieser Personengruppe geleistet.

MIX: Mit welchen Themen gehen Sie das an?

RT: Der Bildungsgang ist modular aufgebaut und kann deshalb ganz unterschiedliche Aspekte abdecken. Dazu gehören Fächer wie Arbeits- und Familienrecht, Staatskunde oder Gleichstellung von Frauen und Männern genauso wie Praktisches über den Berufsalltag: Wie schreibe ich zum Beispiel eine Bewerbung – oder eine Kündigung?

MIX: Sind diese Inhalte speziell für die Zielgruppe entwickelt worden?

RT: Grundsätzlich orientieren sie sich in kompakterer Form am allgemeinbildenden Unterricht, den Lernende während einer dreijährigen Berufsausbildung besuchen müssen. In Zusammenarbeit mit der Fachstelle Integration haben wir gewisse Inhalte aber den speziellen Bedürfnissen angepasst.

MIX: Welche Bedürfnisse sind das?

RT: Die Zusammensetzung der Teilnehmenden ist sehr divers – sowohl was die Herkunft als auch den Bildungsstand betrifft: Ein 16-jähriger Jugendlicher gehört genauso dazu wie die 55 Jahre alte Hausfrau und der 40-jährige Mann mit Abschluss in Biochemie. Dieser Heterogenität versuchen wir gerecht zu werden, indem wir auf die individuellen Bedürfnisse eingehen. Jemand, der schon länger in der Schweiz lebt, braucht beispielsweise weniger ausführliche Informationen über die Bedeutung von Hausordnungen.

MIX: Müssen die Teilnehmenden spezielle Voraussetzungen mitbringen?

RT: Die Anmeldung erfolgt über die Fachstelle Integration und bedingt das Sprachniveau B1. Gefragt ist natürlich Motivation, Lernbereitschaft und die regelmässige Teilnahme. Nach dem Besuch aller sechs Module legen die Teilnehmenden eine Prüfung ab und erhalten ein Zertifikat, das sie bei der nächsten Bewerbung vorzeigen können.

MIX: Und welchen Gewinn ziehen Sie persönlich daraus?

RT: Die Kurse sind für mich sehr bereichernd, vor allem, weil die Teilnehmenden ausserordentlich motiviert sind. Daran könnten sich die Berufslernenden und Maturanden, die ich sonst noch unterrichte, ab und zu ein Beispiel nehmen (lacht). Ausserdem lernt man sich in der Begegnung mit Fremden bekanntlich selbst erst richtig kennen. Im Dialog mit den Teilnehmenden erfahre ich viel über andere Länder oder Menschen und realisiere so, wie eigenartig wir Schweizerinnen und Schweizer bisweilen sein können.

Co funcziuna la Svizra

Per incumbensa dal post spezialisà per l'integraziun dal Grischun porscha il center da furmaziun per la sanadad ed ils fatgs socials il curs «Furmaziun generala ed enconuschientschas socialas» per fugitivas e fugitivs renconuschids sco er per persunas admessas provisoricamain. Il curs è concepì en moduls.

La scolaziun modulara che dura in onn intermediescha tranter auter enconuschientschas davart il dretg da lavur ed il dretg da famiglia, l'instrucziun civica ubain l'egualitad dad umens e da dunnas sco er infurmaziuns praticas dal mintgadi da lavur: Co scriv jau in'annunzia u ina desditga? Suenter avair frequentà tut ils sis moduls fan las participantas ed ils participants in examen e survegnan alura in certificat che als duai facilitar d'entrar en la vita professiunala.